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Exklusiv im Interview:
Stefanie von Poser

Die bayerische Frohnatur Stefanie von Poser ist seit 2009 als Emilie Hofer fester Bestandteil des Ensembles der Erfolgsserie "Die Bergretter". Im exklusiven Heimatkanal-Interview erfahren die Leser u.a. was für die Schauspielerin Heimat bedeutet, ob Emilie Hofer ihre Lieblingsrolle ist und wie schwer ihr nach 10 Jahren der Abschied von ihrem Serien-Ehemann Markus Brandl alias Tobias Herbrechter gefallen ist.

Über Stefanie von Poser

Stefanie von Poser wurde am 14.05.1979 in München geboren. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie in Hamburg, München und New York. Seitdem ist sie sowohl als Theater- als auch als Filmschauspielerin tätig. Vor der Kamera stand sie in bekannten Filmen wie "Wer früher stirbt ist länger tot". Den Fernsehzuschauern ist sie vor allem durch ihre Serienhauptrolle Emilie Hofer aus der Erfolgsserie "Die Bergretter" bekannt (immer freitags, 20:15 Uhr auf Heimatkanal). 

Das exklusive Interview

Stefanie von Poser, bekannt als Emilie Hofer aus der Erfolgsserie "Die Bergretter" hat im Gespräch mit Heimatkanal u.a. ihre Karriere reflektiert, ihr Lebensmotto verraten und sich an den Abschied von ihrem Serien-Ehemann Markus Brandl erinnert.

Heimatkanal: Liebe Steffi, wenn du auf die letzten Jahre zurückblickst, gibt es etwas, das du heute anders machen würdest?

Stefanie von Poser: Da kann ich eigentlich mit großer Dankbarkeit sagen, dass ich nicht viel anders machen würde, weil es ganz wunderschöne großartige Jahre waren. Es geht eher umso Kleinigkeiten, ich würde zum Beispiel gerne ein bisschen weniger ins Handy gucken (lacht).

Heimatkanal: Was war deine liebste Film- oder Serienrolle?

Stefanie von Poser: Das finde ich ganz schwer zu sagen, weil ich spiele ja jetzt seit 12 Jahren die Emilie und natürlich ist mir die sehr ans Herz gewachsen. Sie ist in jedem Fall eine Rolle die ich sehr liebe. Aber ich versuche natürlich bei jeder Rolle die ich bekomme was zu finden was ich an dieser Figur liebe und ich baue mir immer Biographien und Charakterzüge und ich versuche auch für die „bösen Rollen“ – jetzt gerade habe ich eine Mörderin gespielt – etwas zu finden, was liebenswert an der Figur ist und Rechtfertigungen, warum man was wie getan hat, damit man seine Figur nicht verrät. Jede Figur hat liebenswerte Züge und die liebe ich dann auch an ihr. Wenn ich so nachdenke liebe ich irgendwie jede Figur die ich spiele. Wenn ich ein Drehbuch bekomme und ich habe für die Figur überhaupt kein Gefühl, dann drehe ich das eigentlich auch nicht.

Heimatkanal: Gibt es denn eine Rolle, in die du gerne noch schlüpfen würdest?

Stefanie von Poser: Bei den Filmrollen ist das schwer zu sagen, weil die ja meist einmalig sind. Im Theater finde ich „Die Geierwally“ ganz toll oder „Der Weibsteufel“. Ich spiele ja auch viel Theater und da reizen mich am meisten starke Frauen in schwierigen Lebenssituationen oder mit (vorübergehenden) Handicaps, die für diese Situationen nichts können, aber es durch ihre Kraft und oft auch durch ihr weibliches Denken schaffen ihren Weg zu gehen.

Heimatkanal: Was war dein ganz persönliches Highlight in deiner bisherigen Karriere?

Stefanie von Poser: Also Highlights waren tatsächlich eigentlich zwei Kurzfilme, die ich gedreht habe, also abgesehen davon, dass es natürlich toll ist, in großen Filmen mitgespielt zu haben. So hatte ich z.B. eine kleine Rolle in „Wer früher stirbt ist länger tot“, einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Aber da muss ich auch zwei Kurzfilme nennen in denen ich mitgespielt habe, der eine heißt „Jobinterview“ und ist so ein 9-Minuten Thriller und der andere heißt „Schlusspunkt“ und ist ein 15-Minuten-Film der mit Großaufnahmen spielt und wo eine Frau zur Polizei kommt und es nur darum geht, ist sie jetzt von ihrem Mann misshandelt worden oder nicht. Und in den Filmen war es möglich, mit ganz kleinen Nuancen ganz viel zu spielen. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht sich in diese Figuren zu versetzen, auch weil beide es nicht leicht hatten. Weil sie den Mut hatten zur Polizei zu gehen, oder bei Jobinterview in echte Überlebensängste kommt. Es hat großen Spaß gemacht, für beide habe ich auch in den USA Preise bekommen als beste Schauspielerin.

Heimatkanal: Gab es vielleicht auch einen Tiefpunkt in deiner Karriere?

Stefanie von Poser: Ich habe ja eine Musicalausbildung auf einer Privatschule gemacht und da wird man erstmal von niemandem auch nur irgendwie angeschaut. Und daher kann ich an sich gar nicht von einem Tiefpunkt in meiner Karriere sprechen, denn ich habe eigentlich immer Theater gespielt. Ich glaube, es gibt bis zur Geburt meiner Tochter in meiner Karriere keine drei Monate, in denen ich nicht Theater gespielt oder geprobt habe. Direkt nach meiner Ausbildung habe ich außerdem auch noch Psycholinguistik studiert und habe mich damit unabhängig gemacht. Deswegen gab es bei mir nie einen Tiefpunkt in dem Sinne, sondern ich habe eher das Gefühl, meine Karriere ist so langsam und stetig in nach oben gegangen und dafür bin ich total dankbar. Es gibt ja Schauspieler, die steigen ganz hoch ein mit einer fetten Hauptrolle ganz am Anfang, da kann man natürlich tiefer fallen als wenn man sich das so langsam erarbeitet. Bei mir ging es langsam und stetig in die richtige Richtung, natürlich mit kleinen Rückschlägen, aber keine langen und ich hoffe natürlich, dass die mir mein ganzes Leben lang erspart bleiben.

Heimatkanal: Mit welchen drei Worten würdest du dich selbst beschreiben?

Stefanie von Poser: Das finde ich total schwierig. Ich würde sagen: kraftvoll, empathisch und manchmal etwas ungeduldig.

Heimatkanal: Hast du ein Lebensmotto?

Stefanie von Poser: Ich versuche, nach dem Motto Panta Rhei (Alles fließt) zu leben und mir klarzumachen, dass nichts bleibt, wie es gerade ist. Dann kann man finde ich die aktuelle Situation viel besser genießen wenn sie schön ist und wenn sie nicht schön ist, weiß man auch, es kommen wieder bessere Zeiten. Und einer der meiner Meinung nach schönsten Sprüche aller Zeiten ist: Gott, gib mir die Gelassenheit die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, die Dinge zu ändern die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Das ist von Reinhold Niebuhr, einem amerikanischen Philosophen und das ist finde ich einen der wichtigsten Sätze, die man sich in jeder Zeit – auch in der jetzigen – vor Augen halten sollte.

Heimatkanal: Was ist Heimat für dich?

Stefanie von Poser: Ui. Da muss ich ein klein bisschen ausholen. Mein Vater ist ein Kriegskind gewesen und musste aus dem heutigen Polen fliehen und er hatte lange das Gefühl, er hat keine Heimat mehr. Erst nach ganz vielen Jahren, als er dann nach Bayern gekommen ist, wo er erst nur so begrüßt wurde: „Des ist der Poser-Max, des is a Preiss, aba a Netter“, hat er sich dann wahnsinnig gut eingegliedert im Gemeinderat und Kreisrat und war immer für alle da. Und als er dann älter wurde, hat er immer gesagt „Das hier ist meine Heimat“ und da war er so wahnsinnig dankbar, dass er in einer Zeit gelebt hat, in der so lange kein Krieg war. Und ich glaube, wenn man dann an einem Ort ist, an dem man mit seinen Nachbarn gut auskommt und Freunde hat, dann kann man ganz schnell einen Ort als Heimat empfinden und ich habe natürlich das große Glück, dass ich an dem Ort den mein Vater sich erarbeiten musste geboren und aufgewachsen bin. Auch jetzt bin ich seit 14 Wochen hier. Natürlich empfindet jeder etwas anderes als Heimat. Ich fühle mich schnell beheimatet. In Norwegen fühle ich mich jetzt auch schon irgendwie heimatlich, weil da ja mein Freund herkommt und wir da immer mal wieder längere Zeit sind. Wenn man sich irgendwo wohlfühlt, dann hat das auch was mit Heimat zu tun und das hängt natürlich immer mit den Menschen und dem Ort zusammen.

Heimatkanal: Auf Heimatkanal zeigen wir aktuell die 10. Staffel von "Die Bergretter" als Pay-TV-Premiere. Was ist für dich das Besondere an dieser Staffel?

Stefanie von Poser: Jede Staffel hat ja ihre besonderen Dinge. Ich finde tatsächlich die zehnte Staffel macht besonders, dass sie relativ viele und große persönliche Entwicklungen für die Hauptdarsteller bereithält, eigentlich fast für jeden. Und für Emilie ist es sicher keine einfache Zeit.

Heimatkanal: In der 10. Staffel stehen einige Veränderungen für Emilie an. Wie geht sie damit um?

Stefanie von Poser: Emilie ist natürlich eine starke Frau die viel für andere da ist und ihre eigenen Gefühle dabei hintenanstellt und ich glaube, in den Folgen muss sie sich eigentlich sich selbst stellen und dabei gucken, was ihr wirklich guttut. Auch in Staffel 11 nach dem großen Schock. Der letzte Drehtag mit Markus (Brandl) und mir letztes Jahr war wirklich fast wie eine kleine Trennung. Wir haben uns danach gegenseitig gesagt, dass wir total traurig sind, es war wahnsinnig emotional für uns. Ich meine, wir sind ja auch privat gut befreundet, ich bin auch mit seiner echten Frau gut befreundet, aber wenn das über so viele Jahre geht, hat man echt eine ganz starke Verbindung. Und eine sehr lustige Anekdote war, dass ich danach einen Workshop gemacht habe, wo der Markus auch zugeschaut hat und ich da mit einem anderen Mann eine Liebesszene gespielt habe und ich kam mir fast so vor als würde ich fremdgehen, weil der Markus da war. Das war total lustig, weil durch diese lang gewachsene Innigkeit, die wir hatten und durch die wir uns auch so gefunden haben, finde ich er ist echt ein wahnsinnig toller Mensch und ich habe ihn sehr lieb gewonnen auf platonische Art.

Heimatkanal: Wieviel Emilie Hofer steckt in Stefanie von Poser?

Stefanie von Poser: Man muss sagen, schon beim Casting für diese Rolle 2009 habe ich sofort gemerkt: “Krass, das bin ja irgendwie ich”. Diese Bodenständigkeit, diese Natürlichkeit, dieses Anpacken, die Tatkraft, aber auch Verletzlichkeit – ganz am Anfang ging es ja auch um den Tod ihres Mannes – dieses Ganze wie man damit umgeht und weitermacht, da ist ganz viel von mir drin. Der Unterschied zu mir war, dass Emilie von Anfang an Kinder hatte. Inzwischen verstehe ich aber auch viel mehr, wie sie damit umgehen würde. Ein Unterschied zu Emilie ist noch, dass ihre Kinder im Internat sind. Ich persönlich würde meine Tochter nur SEHR ungern ins Internat stecken. Ich glaube, Emilie und ihr Hof sind so ein bisschen die Heimat der Reihe und das finde ich eigentlich total schön.

 

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